Mehrfamilienhaus Volketswil
Neubau elf Wohnungen

  • Direktauftrag
  • Auftraggeber: Maria und Hans Hirschi-Nussbaumer Stiftung
  • Ausführung: Anfangs 2016 bis Juni 2017
  • Umgebungsplanung: planivers Landchaftsarchitektur
  • Kunst am Bau: Pascale Wiedemann/ Daniel Mettler

2014 haben wir den Auftrag erhalten zu untersuchen, welche Nutzungen auf den Parzellen möglich sind. Die Parzellen liegen am Rande einer Wohnzone und ragen wie ein Keil in die Gewerbezone. Die Lärmbelastung auf der Nordseite durch die Kantonsstrasse und den Flughafen Dübendorf ist gross. Nach Süden und Westen geht der Blick in eine Wohnsiedlung und ein Naherholungsgebiet. Die Stiftung hat dann entschieden ein Wohnhaus mit günstigen 4,5 Zimmer Wohnungen zu erstellen. Eine hohe Rendite stand nicht im Vordergrund.

Die grossen Wohnungen haben offene Wohnküchen und von Norden nach Süden durchgehende Wohn- und Essbereiche. Die Balkone sind wie Loggias ausgebildet und haben die Grösse eines Zimmers. Auf der Nordseite gibt es kleinere Balkone, die es erlauben Zimmer auf der Nordseite mit Fenstern nach Osten oder Westen auszustatten.

Die Fassade ist durch grobkörnige Putzfelder gegliedert, diese betonen vorhandene oder mögliche Fensteröffnungen. Der hellrosa Farbton ist dem bestehenden Wohnhaus auf der Ostseite angeglichen. Die Fenster sind in Holz/ Metall, aussen in einem Bronceton, innen in weiss. Die Lamellenstoren sind im gleichen Bronceton wie die Fenster. Die Stakettengeländer im Attika, Balkonen und bei den Fenstern, sowie im Treppenhaus sind mit leicht zueinander geneigten Staketten aus Profilstahl ausgebildet. Das ergibt bei einem seitlichen Blick einen geschlosseneren Eindruck.

Der Aussenraum soll das bestehende und das neue Wohnhaus zusammenführen. Jede Raumzone hat eine Zuordnung und ein eigenes Gesicht. So ergeben sich unterschiedliche Nutzungsräume, wie Naschgarten, Pflanzenfelder, Blumenstraussflächen, Rasenspielfelder, Baumschirme, usw. An der Südböschung wurde auf Initiative der SWO ein Kalktrockenstandort für seltene Magerwiesenarten angelegt. Eingebaute Steinriegel sind Rückzugsort für Eidechsen, Igel, Marder, usw. und ermöglichen eine Verbindung zum nahen Chrutzelried. Das anfallende Dachwasser wird über eine sichtbare Wasserspur um das Wohnhaus bis zur Versickerungsmulde geführt. Der Umgang mit dem Regenwasser ist so nicht nur ein ökologisches sondern auch ein spielerisches Element.

Die Stiftung hat sich entschieden einen Betrag für Kunst am Bau einzusetzen. Das Künstlerpaar Pascale Wiedemann/ Daniel Mettler hatten die Idee Innenaufnahmen der unbewohnten Wohnungen zu überlagern und zu verfremden. Diese Bilder wurden grossformatig ausgedruckt und im Treppenhaus platziert. Die Idee ist, dass man als Bewohner nie so genau weiss wie es beim Nachbarn aussieht. Mit diesen Bildern können die Bewohner andere Wohnungen und Situationen spielerisch erkunden.

Das Wohnhaus ist Minergie zertifiziert und wird mit einer Luft-Wärmepumpe beheizt.

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